Wir alle kennen diese ursprünglichen Regungen der Kinder, die immer wieder darauf hinauslaufen, allein probieren zu wollen. Wir sollten nur noch mehr darum wissen, dass diese unermüdliche Überwindung von Widerständen aus eigener Initiative dem Kind jene Spannkraft verleiht, die wir ihm zu erhalten wünschen, und dass die Freude an der Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten darauf beruht, dass es selbständig beobachten, forschen, probieren und überwinden durfte.

Elfriede Hengstenberg

 

Pikler-Hengstenberg-Gruppe

 

In dieser Gruppe wird der traditionelle Spielraum um Elemente aus der Hengstenberg-Pädagogik (geht zurück auf Elfriede Hengstenberg*) erweitert. 

 

Das Angebot richtet sich an ältere Kinder, die dem Spielraum schon entwachsen sind bzw. an Familien mit mehreren Kindern, die gerne gemeinsam eine Gruppe besuchen möchten. Es geht hierbei also nicht um die Altershomogenität, sondern um ein respektvolles und interessiertes Miteinander beim eigenen Erleben und Erforschen. Nebeneinander werden demnach Geräte und Utensilien aufgebaut bzw. Spielmaterialien zur Verfügung gestellt, die sowohl ältere als auch jüngere Kinder ansprechen. Die Kinder sind eingeladen selbst herauszufinden, was für sie gerade passend ist. Während bei den älteren Kindern vielleicht schon das Bedürfnis nach dem Verfolgen gemeinsamer Spielideen aufkommt, gibt es für die Kleinen Rückzugspunkte für das selbstständige Tun. Die soziale Komponente im Aufeinandertreffen von Klein und Groß wird dabei auch eine besondere Rolle spielen.

Elfriede Hengstenberg

Quelle: Wikipedia

Elfriede Hengstenberg wurde als fünftes von sechs Kindern 1892 in Meran geboren. 1899 übersiedelte die Familie nach Berlin, wo ihr der liebgewonnene Freiraum der Tiroler Berglandschaft sehr fehlte.  

Schon während ihrer Schulzeit belegte Elfriede Hengstenberg Kurse in gymnastischer Rhythmik, nach dem Lyzeumsabschluss ging sie nach Hellerau und erwarb dort ihr Diplom als Gymnastiklehrerin für Plastische Gymnastik. 1915 kehrte Elfriede Hengstenberg nach Berlin zurück und begann als Bewegungspädagogin zu arbeiten.

Dort lernte sie 1917 die Arbeitsweise von Elsa Gindlerkennen, bei der sie Privatunterricht nahm und später auch den Musikpädagogen Heinrich Jacoby, der mit Elsa Gindler zusammen eine besondere Erwachsenenbildung entwickelte. Sie begann damit, beide Ansätze auf ihre Arbeit mit Kindern zu übertragen und ihr eigenes Konzeptzu entwickeln. Sie schätzte die Entfaltungsmöglichkeiten, die in der Natur des Menschen liegen. Auf Einladung von Emmi Pikler kam sie mehrmals nach Budapest und die beiden erkannten die Ähnlichkeit ihrer Ansätze.

Bis 1980 arbeitete Elfriede Hengstenberg privat mit Kindern ab ca. 4 Jahren und als freie Mitarbeiterin in Schulen. Ständig erfand sie dafür Aufgaben und Geräte, bei denen die Kinder Lust hatten, allein zu experimentieren. Wie Emmi Pikler war ihr dabei die Selbstständigkeit im Tun so wichtig, mit der ihre Schüler/innen die Hindernisse und Schwierigkeiten auf ihre eigene Art und Weise überwinden konnten.

Elfriede Hengstenberg starb 1992 – beinahe hundertjährig – in Berlin. Durch ihre zahlreichen Publikationen und die Entwicklung spezieller Bewegungsgeräte ist ihre Arbeit nach wie vor lebendig geblieben.